Sonnenuntergang

Vor ein paar Wochen hab ich provokativ behauptet  Sonnenuntergänge sind langweilig. Das hat einige durchaus kontroverse Reaktionen in meinem Umfeld hervorgerufen, da das natürlich so nicht stimmt. Sonnenuntergänge sind oft spannend, hochdramatisch und wunderschön. Nur die Bilder davon sind manchmal wenig überzeugend. 

Oceanside Pier, California

Oceanside Pier, California
Canon EOS 5D Mark III, EF35-350mm f/3.5-5.6L USM @ 35mm, 1/1600 Sek; f/5,0; ISO 800

Grundsätzlich ist ja alles in der Fotografie sehr subjektiv. Auch die Momente die uns zur Kamera greifen lassen haben meist etwas mit Emotionen zu tun. Wir fotografieren gerne Momente die uns berühren. Bilder von unserer Liebsten, gerne auch im Urlaub, stehen dabei natürlich hoch im Kurs. Weit oben in der Liste sind Augenblicke, deren Schönheit uns berührt und die wir daher konservieren möchten. Dazu gehören natürlich auch Abendstimmungen, egal ob hinter der heimischen Terrasse oder in exotischen Gefilden. Oft verknüpfen wir diese mit besonderen Gefühlen oder Erlebnissen und so genügt später ein bestimmtes Bild, um ein ganzes Spektrum von Erinnerungen wachzurufen.

Und da liegt dann auch der Hase im Pfeffer: Betrachter dieses Fotos, die die Situation nicht miterlebt haben verfügen nicht über diesen “emotionalen Mehrwert”. Für die ist eben dieses sehr spezielle Bild eben nur ein x-beliebiger Sonnenuntergang, wie er zu tausenden in vielen Fotoforen zu finden ist.

Mein Konzept: Tiefe und Handlung einbauen

Mit Tiefe meine ich räumliche Tiefe und die entsteht hier durch den Vordergrund (auch wenn wir seit Udo Lindenberg wissen, dass es hinter dem Horizont weiter geht, so scheidet der in diesem Fall aus). Der Vordergrund kann alles mögliche sein, Häuser, Bäume, Boote, Menschen, Strand…alles  was dem Auge des Betrachters vorgaukelt dass es sich um ein dreidimensionales Bild handelt.

Alghero, Sardinien

Alghero, Sardinien
Canon EOS 100D, EF-S18-135mm f/3.5-5.6 IS STM, @18mm, 1/200 Sek; f/6,3; ISO 400

Und das Foto muss eine Geschichte erzählen deren Inhalt über ” die Sonne geht unter” hinausgeht. Nur so unterscheidet es sich vom Standart-Sonnenuntergang und sorgt für Aufmerksamkeit. Das können spielende Kinder am Strand sein, ein besonderer, unerwarteter oder auch skurriler Moment. Oder einfach nur die Cocktails an der Strandbar. Möglichkeiten gibt es unzählige, der Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Und das geniale ist: das wunderschöne Abendlicht verwandelt oft die banalsten Situationen in magische Augenblicke.

Meine Tipps:

  • Neben der von der Kamera vorgeschlagenen Belichtung immer manuell mit unterschiedlichen Alternativen experimentieren. Die wenigsten Kameras können solche Lichtstimmungen perfekt einschätzen.
  • Wenn die Kamera eine eingebaute HDR-Funktion hat, dann ist dies der perfekte Moment um sie einzusetzen.
  • ein Stativ schadet nie um lange Belichtungszeiten bei schlechtem Licht besser zu realisieren. Aber wer hat schon im Urlaub am Strand eines dabei…
  • Zur Not tut es auch das Smartphone. Die beste Kamera ist immer die, die man gerade dabei hat.
Strandbar Alghero, Sardinien

Strandbar Alghero, Sardinien
iPhone 4s back camera 4.28mm, f 2.4

Na dann, Prost!

 

 

 

Ein Gedanke zu „Sonnenuntergang

  1. Claudia

    Herrliche Bilder und gute Beschreibung! In Alghero kann man sich beim Sonnenuntergang ja richtig austoben. Motive ohne Ende gibt es da! Aber auch die Stunde VOR Sonnenaufgang ist fotografisch interessant!
    Kommt bestimmt im nächsten Beitrag ;)
    Weiter so!

    Antworten

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