Perspektive ist eine Frage des Standpunktes

Das ist er jetzt also, mein erster Blogeintrag. Angefangen hat das alles mit einem ziemlich langen Abendessen auf einer Dachterrasse in der Nähe des alten Schlachthofes im römischen Stadtteil Testaccio. Meine beiden alten Freunde Andreas und Jörg, beide gestandene Fotoingenieure, haben versucht mich davon zu überzeugen, dass es mir ganz neue Perspektiven eröffnen würde über meine Arbeit und meine Erfahrungen als Fotograf und Fotojournalist zu bloggen. Dazu hatte ich anfangs allerdings eine eindeutig andere Meinung. Keine Ahnung woran es letztendlich lag, ob am Wein, der guten Küche oder der lauen Sommernacht, aber irgendwann nach Mitternacht beschloss ich meinen Standpunkt zu ändern.

Petersplatz bei Nacht

Petersplatz bei Nacht

Standpunkt – philosophisch und als Fotograf

Und Standpunkt ändern ist auch oft ein wichtiges Thema in der Fotografie. Wir betrachten die Welt ja die meiste Zeit aus der uns gewohnten Perspektive – aus Augenhöhe. Wenn wir laufen, sitzen oder Auto fahren, die Welt aus der uns eigenem Blickwinkel erscheint uns vertraut. Und die meisten Fotos entstehen aus genau dieser Perspektive. Und so wirken diese Bilder dann auch manchmal: Vertraut und dadurch oft wenig spannend.

Perspektivwechsel für Dummies

Dabei ist es recht einfach ungewöhnliche Bildwirkungen zu erzielen:

  • einfach mal die Augenhöhe ändern!
  • Steigt auf einen Stuhl, eine Leiter,
  • geht in die Knie oder
  • legt euch auf den Boden.

So banal das jetzt klingt, die Bildwirkung ist oft verblüffend. Jedes Bild das sich von alltäglichen Sehgewohnheiten unterscheidet wirkt alleine dadurch schon dadurch interessant.

Wie das Bild vom Petersdom entstanden ist

Das Bild vom Petersdom ist genau so entstanden. Zum einen war ich auf der Suche nach einem Blickwinkel den man nicht von jeder Postkarte kennt und zum anderen hatte ich einfach mein Stativ vergessen (worauf wir hier nicht tiefer eingehen müssen).

So habe ich einfach die Kamera mit einem Weitwinkel auf den Boden gelegt und den Geldbeutel unter das Objektiv geschoben um die Neigung auszugleichen. Danach die Blende ein wenig geschlossen um noch mehr Schärfentiefe für das Kopfsteinpflaster zu erhalten, die Kamera auf Selbstauslöser gestellt um beim Auslösen mit langer Zeit nicht zu verwackeln. Fertig war das Bild.

Über Kommentare freue ich mich!