Let it rain!

Effektvolle Bilder entstehen oft durch besondere Lichtverhältnisse. Aber es muss nicht immer blauer Himmel oder tief stehende Sonne sein um eine besondere Stimmung zu erzeugen.

Roter Regenschirm in Rom

Roter Regenschirm in Rom
Canon EOS 6D, EF24-105mm f/4L IS USM, 1/160 Sek, f/5,6, ISO 1250

Sonnenuntergänge bringen Klicks

Wer mit seinen Bildern in sozialen Netzwerken oder Fotoportalen nach vielen Klicks oder Anmerkungen sucht, der ist mit Sonnenauf- oder Untergängen meist auf der sicheren Seite. Aber mal ehrlich: so schön die auch sind, irgendwie wird das auf Dauer ein wenig langweilig. Natürlich knallen die Farben und oft sind wir im Kopfkino beim letzten Sommerurlaub am Strand oder in den Bergen. Aber sollten wir uns deshalb beim fotografieren darauf beschränken nur solche Motive zu beachten und um den eindrucksvollsten Sonnenuntergang zu streiten? Mein Ansatz im Alltag ist sowieso sehr viel unromantischer, Fototermine für die aktuelle Berichterstattung finden bei jeder Witterung statt, auch wenn es junge Hunde regnet.

Römischer Regen

Römischer Regen
Canon EOS 6D, EF24-105mm f/4L IS USM, 1/160 Sek, f/7,1, ISO 800

Jedes Wetter ist Fotowetter

Warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Jedes Wetter ist Fotowetter, schließlich findet auch unser Leben bei jedem Wetter statt. Wir leben, lieben und leiden in diesem Land sehr viel mehr bei trüben und ungemütlichen Tagen als bei Königswetter. Und wer hat nicht schon einen Urlaub mit Regentagen in Spanien oder Italien erlebt? Oder an Hitzetagen in Schottland? Habt Ihr deswegen die Kamera im Koffer gelassen?

Spezielle Lichtstimmungen

Grauer Himmel mit flauem Kontrast oder dunkle Wolken haben ihre eigenen stimmungsvollen Momente und stellen meist eine größere fotografische Herausforderung da als jeder Sonnentag. Zum Beispiel ist ein schöner Friedhof bei Nieselregen immer eine sichere Bank für schöne und melancholische Bilder. Grabsteine, Statuen und Engel erscheinen bei strahlend blauem Himmel weit weniger mystisch und morbide. Der tief hängende Himmel zeichnet weich und mit ein wenig Glück steigt auch noch etwas Nebel auf. Ein Traum!

Grab am Cimitero cattolico in Rom

Grab am Cimitero cattolico in Rom
Canon EOS 6D, EF24-105mm f/4L IS USM, 1/80 Sek, f/5,6 ISO 320

Mein Tip:

  • arbeitet mit ungewöhnlichen Bildausschnitten,
  • wenig Schärfentiefe
  • auch mal mit längeren Brennweiten oder
  • ungewöhnlichen Perspektiven
  • Wichtig: auf ausreichenden Schutz der Kamera achten (Schirm, notfalls Plastiktüte)

Macht euch keine Sorgen um die flauen Kontraste, das kann man in der Nachbearbeitung schnell ein wenig ausgleichen (aber bitte dezent). Trübe Momente erzeugen oft auch starke Emotionen und Bilder die uns berühren bleiben in Erinnerung.

3 Gedanken zu „Let it rain!

  1. Gabriele Metz

    Auch wenn ich Sonnenuntergänge liebe sind es genau solche Szenen wie du sie hier zeigst die eindrucksvolleren. Denn genau wie du es sagst, die tragen Emotionen. Sehr geniale Bilder

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  2. Roland Milde

    … warum halten es viele ” Photogrphers ” so erwähnenswert mit welcher Kamera, Objektiv, Brennweite, Blende und Belichtungszeit ” ihr Werk gestaltet ” wurde ???????????????? Das geht genausogut mit einer RolleiFlex !

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    1. derguenter Artikelautor

      Lieber Roland,
      mir gehr es darum es den Lesern leichter nachvollziehbar zu machen, wie ein Bild technisch entstanden ist. Du hast völlig Recht, die Marke der Kamera ist letztendlich nicht entscheidend. Es werden später hier auch noch Bilder zu sehen sein, unter denen einfach nur iPhone stehen wird, da ich keine Ahnung habe was das Smartphone beim belichten eigentlich so treibt. Und – die Rolleiflex war und ist eine geniale Kamera. Aber soweit ich mich erinnere hatte auch sie ein Objektiv mit einer Blende, ein Drehrad an dem man die Verschlusszeiten einstellen konnte und es gab die Möglichkeit unterschiedliche Filme einzulegen. Mich hat es auch früher schon immer interessiert wie andere Fotografen Bilder belichtet haben und es hat mir viel geholfen.

      Antworten

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