Jagdfieber

Während der schwächelnde Nationalmannschaft langsam wieder auf Touren kommt, ist eine in absoluter Topform: unsere Katze Cara.

Im Gegensatz zu unserer Fussball-Helden, die heute um ihren Einzug noch kämpfen müssen, steht Cara mit vier Pfoten schon fest im Halbfinale. Augenblicklich macht sie pro Tag etwa 2, 6 Mäuse klar.

Das Talent aus dem Tierheim

Das war nicht immer so. Als Findelkind im Tierheim gelandet, dort mühsam aufgepäppelt, hat sie mich bei einem Fototermin vor Ort mit einem herzzerreissenden Blick zu einer Befreiungsaktion gezwungen. Seitdem lebt sie als glückliche Freigängerin mit eigener Eingangstür bei uns.

Cara bei der Jagt

Cara bei der Jagt
Canon 1D Mark II N, EF 400mm f4 DO, 1/5000 sec, f/4,0

 Erfolg nach hartem Trainingslager

Im ersten Jahr stellte die junge Dame sich, in Ermangelung eines Vorbildes, beim jagen eher etwas dämlich an.  All meine Versuche sie zu coachen und  ihr die Pirsch näher zu bringen, waren zuerst nicht sehr fruchtbar und nur trugen dazu bei, die Nachbarn zu erheitert. Aber in diesem Sommer ist der Knoten geplatzt. Tagtäglich wird die Beute präsentiert und anschließend genüsslich im Garten verspeist. Cara müllert sich derzeit mühelos auf Platz eins des lokalen Jagt-Rankings.

Eigentor nach Täuschungsmanöver

Nur kürzlich lief die Nummer etwas aus dem Ruder. Cara schleppte eine Maus ins Wohnzimmer und legte sie mir als Liebesgabe vor die Füße, in stolzer Erwartung auf Bewunderung und Anerkennung. Nur: die Maus war gar nicht tot! Während ich die stolze Jägerin lobte und herzte, blinzelte das Mäuschen kurz um die Lage zu peilen und gab anschließend Vollgas. Quer durchs Wohnzimmer und ab hinter den Ofen. Unerreichbar für jeden Häscher.

Die Katze war mindestens so verblüfft wie ich. Was also tun? Die Situation ignorieren und Cara das Problem alleine überlassen? Und meiner Frau mitteilen: “Übrigens Liebling, wir haben da eventuell noch eine klitzekleine, lebende Maus in der Wohnung. Nur falls Cara sie nicht erwischt haben sollte. Also fürchte dich nicht!” Keine gute Idee…

Erfolg nach Verlängerung

Wir mussten also in die Nachspielzeit. Ich schärfte unserer Räuberin ein, das Nagetier nicht aus den Augen zu lassen während ich zum nahe liegenden Baumarkt rannte um eine Mäusefalle zu besorgen.

Zu meiner eigenen Verblüffung ging der Plan auch auf. Nicht nur mit Speck, nein auch mit feinstem Pecorino fängt man Mäuse. Allerdings erst nachdem ich die Katze aus dem Haus geworfen hatte.

Mit Pecorino fängt man Mäuse

Mit Pecorino fängt man Mäuse
Canon EOS 70D, EF 100mm f/2,8 Macro; f/7,1, 1/320s

Stolz präsentierte erstmals ich unserer verblüfften Hauskatze meine Beute. Nur mit dem “mich dafür loben” tat Cara sich etwas schwer. Außerdem wurde sie zusehends misslaunig als sie mitansehen musste, wie sich das Mäuschen in seinem Gefängnis genüsslich den Käse einverleibte.

Ein seltenes Duo- mein Macro-Objektiv und ich

Die Szene war einfach zu schön um nicht fotografiert zu werden. Ich bin ja nun nicht der große Macro-Enthusiast. Blütenstempel und Insekten sind ja nun nicht so mein Ding. Um ehrlich zu sein, habe ich mir zwischendurch öfter mal überlegt, ob ich so ein Macro-Objektiv wirklich brauche, weil ich es so selten benutze. Aber mit meinen “normalen” Linsen hätte ich dies Nahaufnahmen niemals machen können. So war ich dann doch es in meiner Ausrüstung zu haben.

 Macro-Objektive in der Portrait-Fotografie

Das 100mm Macro von Canon ist schon ein wirklich feines Teil. Es zeichnet sich durch eine hervorragende  Schärfe aus und der Bildstabilisator hilft sehr, wenn Detailaufnahmen aus der Hand gelingen sollen. Ich kenne auch einige Kollegen, die Makro-Objektive mit etwas längerer Brennweite gerne in der Portrait-Fotografie einsetzten, wenn es darum geht Details herauszuarbeiten und trotzdem dem Model nicht zu sehr auf die Pelle zu rücken.

Safehouse

Safehouse
Canon 70D, EF 100mm 2,8L Macro, f/8, 1/80s

Happy End

Um die Geschichte zu Ende zu erzählen: während Cara durch ein paar Leckereien abgelenkt war bin ich auf die Wiese hinterm Haus und hab die kleine Nagerin freigelassen. Sie hatte sich durch die begnadete Darstellung einer toten Maus wirklich eine Oscar-Nomenierung verdient. Und eine zweite Chance!

P.S. Beim erstellen dieses Blog-Eintrages wurde kein Tier verletzt oder misshandelt! Zumindest nicht von mir…

2 Gedanken zu „Jagdfieber

    1. Gabriele Metz

      Sehr amüsant und ich kann es mir sehr gut bildlich vorstellen :D ich habe mal gehört, dass Mäuse auch Schokolade mögen, falls dir mal der Pecorino ausgeht :)

      Antworten

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