Into the sun

Eine der ältesten und noch immer sehr verbreiteten Ratschläge in der Fotografie lautet: “Nicht in die Sonne fotografieren, das wird nix!”

Sonnenuntergang am Campo dei Fiori, Rom

Sonnenuntergang am Campo dei Fiori, Rom
Canon 6D, EF24mm f/1.4L II, 1/800 Sek; f/9; ISO 400

Wohl eine der größten Irrtümer und Missverständnisse überhaupt! Es gibt nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten die aufregender sind, als starkes Gegenlicht mit einzubeziehen.

Sonne sorgt für großes Kino

Die Sonne direkt ins Bild einzubauen hat immer ein Potential für “großes Kino”. Seien es die veränderte Kontraste, Blendreflexe, lange Schatten oder Über- und Unterbelichtungen, die Darstellung eines Motivs im Gegenlicht durch ein Kameraobjektiv unterscheidet sich nahezu immer von unserer eigenen Wahrnehmung. Und gerade diese oft beeindruckenden Verfremdungseffekte machen einen großen Teil des Reizes von Gegenlichtaufnahmen aus.

Der Trick liegt darin die Verfremdung zu kontrollieren

Engelsburg

Engelsburg, Rom
Canon 6D, EF24mm f/1.4L, 1/320 Sek; f/9; ISO 200

Während in der analogen Zeit im günstigsten Fall Stunden vergingen bis der Film entwickelt, ein Ergebnis beurteilt und gegebenenfalls korrigiert werden konnten, so ist das mittlerweile eine Sache von Sekunden zu überprüfen was die Kamera “sieht”. Ein Blick auf den Monitor genügt um festzustellen, ob die Sonne der Belichtungsmessung einen Streich gespielt hat, ob die Aufnahme zu hell oder zu dunkel ist.

Dein Freund, die Belichtungskorrektur-Taste

Fast jede Kamera hat die Möglichkeit, bei gleichbleibender Belichtungseinstellung, Korrekturwerte manuell einzugeben. Und genau das sollte man hier eifrig tun. Wer nicht so versiert ist mit manuellen Einstellungen oder oft mit Spotmessung arbeitet, der ist Anfangs mit einem Korrekturwert von +1/2 bis + 1 Blendenstufe bei Kameras mit Mehrfeldmessung gut bedient. Und dann heißt es: ausprobieren!

Mit dem Bild spielen

Big Bambú, Testaccio, Rom

Big Bambú, Testaccio, Rom
Canon 6D, EF24mm f/1.4L II USM , 1/800 Sek; f/9; ISO 400

Ausgehend vom gemessenen Wert der Belichtung bringt es ungemein viel einfach mit der Kamera herumzuspielen. Blendenwert rauf und runter. Korrekturwerte auf Plus und Minus. Den Bildausschnitt verengen und erweitern. Den Blitz bei nahen Objekten im Vordergrund dazu schalten und wieder weglassen. Ihr werdet schnell die Unterschiede erkennen und manchmal verblüfft sein über die unterschiedlichen Bildergebnisse. Mit ein wenig Übung klappt das nicht nur bei statischen Motiven sondern sondern auch bei Schnappschüssen.

Also dann, Sonnenbrillen raus und los geht´s!

 

 

 

2 Gedanken zu „Into the sun

    1. derguenter Artikelautor

      Hallo Raffi, die kommt…spätestens zum Wochenende. Normalerweise seit ihr doch mehr von der Sonne verwöhnt als wir ;-)

      Antworten

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