Es leben die Klischees

Fiat 500 im Abendlicht

Fiat 500
Canon EOS 6D, 24,0 mm, 1/2500 Sek; f/3,5; ISO 400

Es ist schwer bei jedem Bild das Rad neu zu erfinden. Warum nicht zwischendurch auf alte Klischees zurückgreifen?  Vor allem wenn sie so charmant daher kommen…

Kopfkino

Wenn ich an Italien denke, dann startet sehr schnell mein persönliches Kopfkino. Wunderbares Essen, guter Wein, grandiose Landschaften, unschätzbare Kulturgüter, schöne Frauen, mitreisende Musik, laue Sommernächte, das Meer – die Liste ist nach vielen Reisen schier endlos. Und natürlich sind da im Lauf der Zeit auch viele Klischees entstanden. Zum Teil sind diese sehr emotional besetzt, im positiven wie im negativen Sinne. Warum sich dies nicht auch beim fotografieren zu nutze machen?

Klischees haben Potential

Wenn ich sehe wie viele Reaktionen alleine ein Bild eines alten Fiats oder einer Vespa im geparkten Zustand vor einer Hauswand bei fotocommunity.de erzeugt, lässt schnell das emotionale Potential solcher Fotos erkennen. Und Emotionen sind ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Fotografie.

Das bedeutet jetzt nicht, dass ich mir ständig überlege was ich fotografieren muss um möglichst viele Betrachter anzusprechen. Aber gelegentlich Sehnsüchte und Klischees zu bedienen ist auch kein Verbrechen, vor allem wenn sie so charmant ums Eck kommen.

Kein geplantes Motiv

Der alte Fiat ist mir zufällig aufgefallen, da er auf einer der verkehrsreichsten Straßen der römischen Innenstadt fast alleine zwischen zwei Ampelphasen angerauscht kam. Ohne  aus der Entfernung genau sehen zu können wer darin sitzt oder ob sich das Motiv wirklich lohnen würde griff ich nach der Kamera. Glücklicherweise hatte ich gerade ein passendes Objektiv, ein 24mm Weitwinkel montiert, was mir gut passte, da ich auch die Umgebung mit einbeziehen wollte. Den Hintergrund nicht verwischen lassen, aber durch eine leichte Unschärfe vom Vordergrund zu trennen war die Absicht. Daher öffnete ich schnell die Blende auf den Wert von 3,5 (wenn ich noch etwas mehr Zeit zum überlegen gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich sogar bei Blende 2,8 oder 2 gelandet um den Effekt noch zu verstärken).

Manchmal muss es einfach schnell gehen

Aber bei solchen Motiven müssen einfach sehr schnell Entscheidungen getroffen werden, sonst ist es zu spät. Fokussieren, Bildausschnitt bestimmen und abdrücken, dafür bleiben oft nur Sekunden. Erst danach habe ich realisiert, wie viel Charme das Foto mit der alte Kiste mit den Beulen im Abendlicht hatte. Und welche charmante Fracht sie beförderte.

Was die Italien-Flagge betrifft, am Tag danach flogen die “Azzurri” aus der Fussball WM. Sorry Mädels und vielen Dank für dieses Bild!

4 Gedanken zu „Es leben die Klischees

  1. Andreas Jürgensen

    Bei den Italien / Rom-Klischees hast Du den Kaffee vergessen!
    Ein Beitrag über kompetente Espresso-Bar Fotografie mit schönen Bildbeispielen würde mich BRENNEND interessieren ;)

    Gruß
    Andreas

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    1. Maria Böhmer

      Aber das ist doch echt und genauso wie man sich ein Auto mit römischen Frauen vorstellt – Schuhe, Kleidchen, Sonnenbrille und Male-up perfekt und das Auto klappert ein wenig und hat Beulen…. Bei uns wäre die Kiste vom Oldtimer-Fan neu lackiert und aufgemöbelt…

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    2. derguenter Artikelautor

      Lieber Andreas,
      da gibt es schon von Walter Vogel so hervorragende Bilder, die sind eh nicht zu toppen. Daher hab ich mich aus den Espresso-Fotos schon immer rausgehalten ;-)

      Antworten

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